Von Angeber- und Ökomuttis

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Eines vorab: Ich bin weder eine Öko-Mutti, Angeber-Mutti oder gar eine Über-Mutti. Es war auch nie meine Maxime eine zu werden. Meinem Kind wurde zwar feinstes selbstgegartes Biofleisch und Biogemüse serviert, ich hatte jedoch auch kein schlechtes Gewissen, Emily Hipp-Gläser zu geben, wenn ihr mal mein Essen nicht geschmeckt hat, oder ich schlicht keine Zeit hatte, eines zu machen. Ehrlich gesagt, haben ihr die Hipp-Gläser teilweise sogar besser geschmeckt. Da findet man endlich ein paar Läden, die Fisch, Fleisch und Gemüse in bester Bioqualität anbieten, fährt von A nach B, um diese zu besorgen, zahlt den doppelten Preis dafür, bereitet es liebevoll zu, um ein angewidertes Gesicht zu sehen. Ok, dann musste ein Gläschen her.

Genauso locker sehe ich auch den Kauf von Spielzeug. Pädagogisch wertvolles Holzspielzeug besitzen wir und es wird damit gespielt, jedoch sehe ich das Spielen mit Plastikspielzeug auch entspannt.

Es ist ein Phänomen unter Müttern, ihre Kinder mit anderen zu vergleichen und mit erhobenem Finger auf andere Mütter zu zeigen, wenn sie es anders machen als sie selbst.

Seit ich selber Mutter bin, habe ich gemerkt, dass es sehr wenige „stinknormale“, lockere Mütter gibt. Mütter, mit denen man gern mal ein Schwätzchen hält, sind leider tatsächlich eine Seltenheit! Beziehungsweise, sind sie irgendwie nie da. Stattdessen trifft man auf diese eher anstrengenden Mütter-Typen. Schlimmste Spezies: Angeber-Muttis, die glauben, dass ihr Kind das beste, tollste, klügste ist. Es geht mit acht Monaten nur an einer Hand, möchte nur aus dem Glas trinken und kann schon zwei Fremdsprachen 😜. Und sie geben den Müttern, die ein gleichaltriges Kind haben, das Gefühl, das eigene Kind sei in der Entwicklung nicht so weit. wie es sein sollte, oder zumindest nicht so weit, wie ihr Superkind. Für mich der absolut nervigste Typ. Meine Güte, gehen lernen sie alle, früher oder später sprechen sie auch – jedes Kind hat sein eigenes Tempo – das eine Kind ist motorisch besser, das andere kognitiv. Ich bin auch extrem stolz auf mein Kind, ich weiß auch, dass Emily für ihr Alter sehr weit entwickelt ist. Das kommt davon, weil ihr gesamtes Umfeld sich mit ihr beschäftigt und so automatisch ihre kognitiven Fähigkeiten gefordert und entwickelt werden. Deshalb gehe ich nicht raus und mache andere Mütter fertig, wenn ihre Kinder dies oder jenes noch nicht können. Genauso wenig bringt es mich aus der Bahn, wenn ich solchen Angebereien zuhören muss. Viel schwieriger finde ich es in solchen Momenten, meinen Zynismus im Zaun zu halten.

Dann gibt es auch die nervigen Öko-Mütter, die einen bekehren wollen. Letztens erst wurde ich in einem Spielzeuggeschäft, als ich mit meinem Mann vor Plastik-Kinderküchen stand, von solch einer darauf hingewiesen, dass es um die Ecke schöne Küchen aus Holz gäbe, die viel besser für die Gesundheit des Kindes und die Umwelt wären. Ähh, ja, und was geht Sie das an?!  Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es ‚meist‘ Studierte sind (bin selbst eine, pauschalisiere nicht), die aus jeder Kleinigkeit, die das Kind oder die Erziehung betreffen, eine Wissenschaft machen. Es werden die Schlafgewohnheiten studiert, die Ausscheidungen des Kindes und ihre Häufigkeit werden analysiert und wenn etwas dem Lehrbuch nicht entspricht, setzt Panik ein.

Ich habe tatsächlich Studienkolleginnen, die ihre Kinder nie Säfte trinken lassen und nichts Süßes essen dürfen. Süßigkeiten sind nämlich Teufelszeug. Ihre Kinder werden in ökologischen Stoffwindeln oder gar „windelfrei“ in beiger Bio-Wolle durch die Gegend getragen. Als ob es nicht genug wäre, was Mütter, die vielleicht auch noch berufstätig sind, den ganzen Tag leisten müssen, da soll man auch noch „der Umwelt zuliebe“ auch noch Stoffwindeln waschen.

Genau aus dem Grund kamen Babytreffs nie in Frage, weil ich mit engstirnigen und unentspannten Menschen nichts am Hut habe.

Mein Rat: Mütter, entspannt euch! Muttermilch oder Fläschchen? Tragetuch oder Buggy? Bio-Keks oder zuckerfrei? Macht es so, wie es für euch und das Baby/Kind am besten passt und lasst euch nicht von solchen Menschen in eure Erziehung reinreden. Im Grunde haben wir doch alle eines gemeinsam: Das Wohlergehen unserer Kinder steht an erster Stelle.

Hier ein Video, das genau das widerspiegelt:

Lilly

Das Leben nicht nur zaghaft kosten, sondern hingebungsvoll genießen. Spüren, wie gut sich die sanfte Brise im Haar anfühlt – und dann barfuß in die Fluten laufen und mit jeder Faser eintauchen.

So ist mein Leben. Und so ist mein Blog. Gutes Essen, tolle Locations, stylishe Outfits. Und natürlich das Beste für mein Baby.

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